Narrenbuch 2018

Paragraph 1

Wenn Nachwuchs ins Haus steht, dann heißt es Platz schaffen. Und dies noch umso mehr, wenn es sich dabei um zwei handelt. Also haben sich die zukünftigen Eltern mit ihrem Hausrat beschäftigt und gemerkt, dass es doch einige Dinge gibt, mit denen man auch die Haushaltkasse füllen könnte. Nachdem die Wohnung gesichtet war, ging es dann in die Garage. Dort hatte sich allerhand bayerischer Kram des Gatten angesammelt, von dem er sich aber einfach nicht trennen konnte. Nachdem er seine gutmütige Gattin dazu überredet hatte, seine Sachen vom Verkauf auszuklammern, sprang ihm die geldbringende Idee geradezu ins Auge. Im Eck erblickte er Constanzes Moped, das durch die klugen, wagnerischen Verkaufsstrategien doch einiges in die Kinderwagenkasse bringen könnte. Um dann auch einen fairen und doch geschäftsbringenden Preis für das Gefährt zu erreichen, fragte sie bei ihrem Bruder Benni nach, was man für das Moped denn noch verlangen könnte. Der Profi-Blick nannte ihr sofort einen zufriedenstellenden Betrag und Constanze stellte das lukrative Angebot gleich online. Und es sollte auch nicht lange gehen, bis der erste Fisch angebissen hatte. Dieser zeigte sich zwar noch nicht bereit, den vorgeschlagenen Preis zu zahlen, aber er würde sich das Moped  gerne mal anschauen. Sie solle ihm mal ihre Nummer durchgeben, dann würde er sich melden. Kurz darauf klingelte Constanzes Handy und am anderen Ende melde sich eine doch sehr bekannte Stimme: „Ja Hallo, da isch der Benjamin Wagner! Ich ruf wege dem Moped an, japah!“ Und so hätten sich beide viel Zeit und Nerven sparen können, wenn sie es einfach zu Benni in die Garage gestellt hätte.

Und die Moral von der Geschicht:

Willst Du Deinem Bruder ein Moped verkaufen,

muss es nicht zwingend übers Internet laufen.

Paragraph 2

Wenn es draußen kalt ist, die schneebedeckte Landschaft in der Sonne strahlt und man von einem schönen Spaziergang nach Hause kommt, dann freut man sich doch auf einen leckeren, warmen Kaffee und ein Stuck Kuchen. Diesen Plan hatte auch ein hochnärrisches Ehepaar aus Oberzell. Und da es in einer größeren Kaffeerunde noch viel gemütlicher ist, luden sie noch ihre Freunde zu diesem Kaffeekränzchen mit ein. Am Morgen hatte die fleißige Markantmitarbeiterin noch einen leckeren Kuchen gebacken, um ihre Kaffeerunde mit himmlischen Sahnestückchen zu verwöhnen. Als am Nachmittag die Gäste so langsam eintrudelten, sollte sich der Altelfer-Gatte um den Kaffee kümmern. Glückerweise ist dieser im Besitz eines Kaffeevollautomaten, mit welchem die Kaffeezubereitung zum Kinderspiel wird. Stolz auf seine Maschine, fragte er die Gäste, welche Kaffeespezialität er denn zubereiten solle. Da die Latte an der Spitze lag, wollte er gleich ein paar davon  zubereiten. Fröhlich gelaunt führte er den Schlauch in die Öffnung und ließ die Milch aus der Maschine spritzen. Eigentlich eine sichere Kiste, mit seiner Frau klappte es zumindest immer. Aber irgendwie kam ihm die Flüssigkeit im Glas an diesem Tag etwas sämig vor. Vorsichtig probierte Regine die Latte und auch sie kam zum Entschluss, dass das Getränk so nicht genießbar sei. Kurzentschlossen wechselten sie die Milch in der Maschine und probierten es aufs Neue. Ungeduldig standen sie zu zweit vor der Maschine und beobachteten, wie  eine flockige Brühe aus der Maschine ins Glas floss. So langsam schoss Jochen der Angstschweiß auf die Stirn, die Gäste warteten inzwischen schon ungeduldig auf ihre Latte, die er ja hoch gelegt hatte. In Regines Kopf tat sich inzwischen schon das nächste Horror-Szenario auf: das war die letzte Milch im Kühlschrank. Sie müsse jetzt erst schnell in Markant fahren. Währenddessen bekam unser Hobby-Fußballer nochmals eine kleine Auszeit, um über dieses Debakel nachzudenken. Und da ging ihm ein Licht auf: Hatte er eigentlich die restliche Entkalkungsflüssigkeit aus dem Wasserbehälter ausgeschüttet? Und so konnte Jochen noch bevor seine Regine mit 3 unterschiedlichen Milchpackungen zurückkam, seinen Gästen schon eine voluminöse Latte servieren.

Und die Moral aus der Geschicht:

Bist du mit deiner Latte mal nicht zufrieden, 

könnte es an der Entkalkungsflüssigkeit liegen.

 

Paragraph 3

Im Vereinswesen, da ist es ganz klar,

lädt man zur Jahreshauptversammlung in jedem Jahr.

Auf der Reichenau ist es dann noch guter Brauch,

dass es im Anschluss noch was gibt für den Bauch.

Bei der Feuerwehr fließt das Bier dann in Massen,

ihre Bäuche können besonders viel fassen.

Ist die Stimmung dann grandios,

werden die Ideen der Jugend jedoch dubios.

Da musste Wagners Mannschaftswagen dran glauben,

er schien perfekt für eine Spritztour zwischen den Trauben.

Doch der feuchtfröhliche Zustand der Insassen war bedenklich,

die Stimmung im Wagen dementsprechend überschwänglich.

Denn plötzlich war es geschehen,

sie kamen an einem Bäumchen zum stehen.

Der Schock war groß, wie geht es weiter,

bis gerade war die Stimmung noch heiter!?

Für ihre Geschwindigkeit sind die jungen Löscher jedoch bekannt,

genauso so schnell sind sie vom Tatort weg gerannt.

Übrig blieb das Frack am Baum,

wird schon jemand danach schau‘n.

Doch sollte der Vorfall so nicht enden,

Ein Aufruf sollte das Blatt dann wenden.

Die Schuldigen sollten sich bekennen,

dann würde man ihr Namen nicht weiter nennen.

Die Vernunft sollt zum Schluss dann siegen,

und zwar nicht auf brechen und biegen.

Man traf sich und einigte sich schnell,

So läuft’s halt auf der Reichenau, gell!?

Und die Moral von der Geschicht:

Wenn die Stimmung ist so richtig top,

wird das Autofahren bestimmt ein flop!

 

Paragraph 4

Auch ein altbekannter Kandidat für das goldene Buch der Narretei hat es sich in diesem Jahr nicht nehmen lassen, sich erneut in diesem zu verewigen.

Für die Familie da zu sein, ist für ihn eine Ehrensache. Deshalb sagte er seiner Schwester auch prompt zu, als sie ihn bat, auf die Kinder aufzupassen. Tragischer Weise hatte er zu diesem Zeitpunkt vergessen, dass er an diesem Abend eigentlich schon auf einer Geburtstagsparty eingeladen war. Doch im Nachhinein seiner Schwester abzusagen, kam für ihn nicht in Frage. Deshalb hegte er einen perfekten Plan aus: Um sich das Babysitten  zu versüßen und sich gleichzeitig schon auf die Party einzustimmen, lud er seine Freundin Christina ein, um mit ihr schon einmal ein wenig vorzulöten. Aber dies wollte er unter keinen Umständen seiner Schwester sagen, da er ja seinen Ruf als seriösen und verantwortungsvollen Götti nicht verlieren wollte. So kam Christina dann klammheimlich ins Haus der Beers geschlichen, nachdem die Hausherrin das Heim verlassen hatte. Nachdem sie die Stimmung mit einer Flasche Sekt auf ein akzeptables Party-Level gebracht hatten, stieg Lukas Puls schlagartig an, als er seine Schwester unerwartet früh, in die Einfahrt einbiegen sah. Völlig panisch und außer Kontrolle geraten, schmiss er Christina in hohem Bogen zur Hintertür hinaus, sowie deren Schuhe und Handtasche, deren Inhalt sich dementsprechend auf der ganzen Terrasse verteilte. Vom Schock erholt, hatte er das Gefühl, alle Spuren beseitigt zu haben, als seine Schwester zur Tür hineinkam. Souverän und mit ernster Miene wollte Lukas das eben inszenierte Spektakel überspielen und erkundigte sich über deren Erlebnisse am besagten Abend. Doch Kathi machte ihm da einen Strich durch die Rechnung, indem sie gleich zu Beginn die Frage stellte, wo denn Christina sei, deren Fahrrad sie beinahe im Hof umgefahren hätte. Und so war Lukas rabiater Rauswurf und das entstandene Chaos auf der Terrasse völlig umsonst gewesen und die Stimmung bei Christina am Tiefpunkt angekommen.

Und die Moral von der Geschicht:

Willst du dich vor Kathi verstecken,

reichen nicht aus, die dunklen Hecken.

Paragraph 5

Auch als Altelfer steht man immer unter der Beobachtung der jüngeren Generation. So erging es auch einem Niederzeller Altelfer, der sich eines Morgens auf den Weg zum Reichenauer Bahnhof gemacht hatte. An der dortigen Schranke angekommen, musste er genauso wie sein Elferkollege, der ein paar Autos hinter ihm stand, auf die Öffnung der geschlossenen Schranke warten. Doch es sollte sich relativ schnell herausstellen, dass der Geduldsfaden des Altelfers nicht sehr belastbar ist. Nachdem die Schranke wohl nicht wie in gewohnter Weise nach 3 Minuten und 15 Sekunden wieder nach oben ging, öffneten sich beide Vordertüren des Wagens, der Fahrer eilte geschwind zum Kofferraum, öffnete ihn, entnahm ihm einen großen Koffer und eilte mit diesem und seinem Beifahrer zu den Gleisen. An diesen warteten bereits zahlreiche Schüler auf ihren Zug nach Konstanz. Vorbildlich schaute der Altelfer mit seiner Begleitung an der Schranke nach links und nach rechts, dass auch kein Zug kommt, nickte den wartenden Schülern, die bereits große Augen bekamen, freundlich zu und schlupfte elegant unter der Schranke durch und überquerte flink die Gleise, um auf die andere Seite zu kommen. Erleichtert dort angekommen, öffneten sich bereist die Schranken und die wartenden und ungeduldigen Autofahrer wollten ihre Fahrt fortsetzen. Eddi verabschiedete sich noch in Ruhe von seinem Besuch und wurde dabei plötzlich von einem lauten Hup-Konzert gestört, das eine Unterhaltung kaum noch möglich machte. Und da fing es auch bei ihm an zu klingeln, als im wieder in den Sinn kam, dass sein Auto ja noch mitten auf der Straße in der Schlange vor der nun geöffneten Schranke stand. Unverzüglich begab er sich wieder zu seinem Wagen, dessen Türen auf beiden Seiten immer noch geöffneten waren. Unter lautem Hupen und Pfeifen musste er sich der Pein hingeben, bis er endlich wieder im Innern seines Wagens saß und endlich den Tatort verlassen konnte.

Und die Moral von der Geschicht:

Willst du den Verkehr nicht zum Erliegen bringen,

musst du mehr Geduld aufbringen.   

 

Paragraph 6

Wie jedes Jahr im Sommer, bot auch die KJG im letzten Jahr ihre berühmten Ferienlager an. Je nach Alter, gehen die Gruppen in unterschiedliche Lager, angefangen beim Hauslager bis zum Segeltörn, der dann immer der krönende Abschluss ist. Eine Gruppe hatte sich dafür entschieden, ihr Hüttenlager im schwäbischen Pfullingen zu verbringen. Um den Kindern die zauberhafte Landschaft der Schwäbischen Alb näherzubringen, waren die Leiter darauf bedacht, möglichst viele Aktivitäten in der Natur zu machen. Dazu gehörte natürlich auch eine große Wanderung. Bei dieser ging es über wilde Bäche, kniehohe Wiesen, schattige Wälder und weite Felder. Als die Wandergruppe am Abend wieder in ihre Hütte einkehrte, waren alle ziemlich kaputt. Jedoch ist es nach einer Wanderung in der Natur wichtig, sich abschließend auf Zecken zu untersuchen. Verantwortungsbewusst, wie die Leiterinnen und Leiter waren, mussten sich die Kinder noch vor dem Abendessen gegenseitig absuchen. Doch zur Erleichterung aller gab es glücklicherweise keine Zecken-Funde uns so konnte die Gruppe einen  gemütlichen und ruhigen Abend verbringen. Als dann alle im Bett waren und sich auch die Leiterinnen in ihr Zimmer zurückgezogen hatten, klopfte es plötzlich an ihre Tür. Doch anstatt eines Kindes stand einer der männlichen Leiter vor ihrer Tür mit einer leicht panischen Miene. Er habe sich gerade nach Zecken untersucht und an seinem Bauch eine gefunden. Aus lauter Panik habe er sie gleich abgezwickt. Die Mädchen schauten sich die Stelle an und entschieden, dass die Zecke vollständig entfernt sei. Doch das Problem sollte sich weiter zuspitzen. Denn…und dann wusste der eigentliche so selbstbewusste und Moped-Begeisterte junge Leiter nicht so recht, wie er es erklären sollte. Er habe noch ein weiteres Problem…das sei jetzt etwas schwieriger zu erklären… das würden die Mädels nicht so kennen und er wusste auch  nicht, dass Zecken da so hin kommen und jetzt sei aber doch eine da und zwar mitten drauf und schon richtig prall und er habe jetzt Angst, dass die da was machen könnte. Im ersten Moment mussten alle 3 Mädels erst mal  herzhaft loslachen, da sie Raphi noch nie in solch einer hilflosen und peinlichen Situation erlebt hatten. Anschließend widmeten sie sich dann intensiv den beiden Schwellkörpern und ihnen war klar, dass man hier mit einer Zeckenzange aktiv werden muss. Als Raphi dies hörte, wurde ihm ganz anders, da er ja doch sehr an seinem besten Stück hing. Doch die sechs Hände der 3 Mädels brachte dann die erhoffte Erlösung und Raphi Banholzer konnte wieder ohne jegliche Zecken zurück ins Bett gehen.

Und die Moral von der Geschicht:

Suchst du deinen Körper ab nach Zecken,

Solltest du auch die Genitalien checken!       

Diese Veröffentlichungen sind vom Elferrat genehmigt und werden hiermit ins Goldene Buch der Narretei aufgenommen,um den späteren Geschlechtern die lustigen Streiche des vergangenen Jahres in steter Erinnerung zu halten.

Ho Narro!!!

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