Narrenbuch 2016

Paragraph 1
Auf Weihnachtsfeiern, wie man weiß, geht es oft feucht-fröhlich zur Sache. So war es auch auf der Weihnachtsfeier, auf der sich ein bekennender Schnurrbartträger und  Bassist des UHOs befand. Nur leider endete diese in seinen Augen schon viel zu früh. Aus Trotz entschied er sich, noch die ebenfalls an diesem Abend stattfindende UHO-Probe zu besuchen. Die Tatsache, dass es bereits kurz vor zehn war und die Probe sich eigentlich schon dem Ende zuneigte, ignorierte er dabei gekonnt. Als Clemens dann zur Tür des Probelokals hereinkam, war die Verwunderung über seine Verspätung bereits groß. Als er dann in den folgenden 30 Sekunden, in denen er sich zu seinem Platz bewegte, 5 Notenständer umwarf, war den meisten klar, dass irgendetwas komisch ist. Doch tapfer probten die Musikerinnen und Musiker weiter. Auch Clemens wollte sich ihnen dann anschließen, doch das Aufbauen seines Notenständers bereitete ihm doch größere Probleme als gewohnt. Als er es nach mehrmaligem Anlauf endlich geschafft und gerade seine Notenmappe auf dem Ständer plaziert hatte, klappte dieser zum wiederholten Male in sich zusammen und die kompletten Noten befanden sich um ihn herum verteilt. Hatze, der das Spektakel nun seit mehreren Minuten beobachtete, konnte sich ein Grinsen nicht mehr verkneifen und auch die anderen taten sich schwer, konzentriert zu proben. Doch Clemens sollte eine Chance bekommen. Er bekam von den jungen Geigerinnen Unterstützung beim Aufbau des Notenständers und so stand dem Mitspielen nun fast nichts mehr im Wege. Doch als dann die ersten Takte gespielt wurden und Clemens mit vollem Elan seine Bogen strich, war er nicht mehr zu stoppen so lange bis sich sogar die Haare seines Bogens zu lösen begannen und sich jeder im Raum fragte, was er denn eigentlich spiele. Kurz darauf beschloss Hatze, die Probe erfolgreich zu beenden und lieber im Vereinsheim weiter zuverweilen.     
Und so wurde mit dieser Probe den UHOlern auch endlich klar, was man den eigentlich unter einer Vollprobe zu verstehen hat.


Paragraph 2
Der FZ war auch im letzten Jahr wieder auf einem turbulenten und voller Überraschungen steckenden Ausflug. Das Ziel war das  schneesichere Partydorf St. Anton am Arlberg. Dort hatte sich die Mannschaft gleich ein ganzes Hotel angemietet, um mögliche Urlauber, die sich zur Erholung dort befinden könnten, zu vermeiden. Außerdem sollte dadurch eine zu große Verwirrung bei den FZler umgangen werden, wenn sie sich nachts nicht noch auf mehrere Hotels verteilen müssten. Dieser Grundgedanke ist lobenswert und nachvollziehbar, doch sollte er das Zimmerfinden für manche FZler trotzdem nicht erleichtern. Nach durchzechter Nacht, wollte der Sohn eines Elferrates sein Zimmer aufsuchen, um sich von den Strapazen des Abends zu erholen. Doch leider verwechselte er die weiß blitzenden Kacheln des Hotelklos mit der weißen Daunendecke auf seinem Zimmer und so mummelte er sich gemütlich in sein neues 1 Quadratmeter Zimmer aus vier weißen Plastikwänden, einer Schüssel und einer Bürste. Während Moritz nun tief und fest schlief, kam ein verzweifelter FZler, der für seine schönen Christsterne bekannt ist, ins Hotel. Dieser fand seinen Zimmerschlüssel nämlich nicht mehr und kam in der Hoffnung zum Hotel zurück, dort an der Rezeption einen Ersatzschlüssel zu finden. Doch leider fand er auch dort auf Anhieb keinen. Aus Verzweiflung begann er die komplette Rezeption zu durchsuchen und durchwühlte alle Schubladen und Schränke, um den ersehnten Schlüssel zum Glück zu finden. Nach fast einstündiger, erfolgloser Suche, kam die Rettung in Form eines komatösen FZ-Kollegens, der ihm dann mitteilte, dass die Hoteldame die Schlüssel bereits an alle Zimmer gehängt habe, damit sie nicht verloren gehen. Und so konnte Oli dann endlich im Morgengrauen sein Bett aufsuchen.
Und die Moral von der Geschicht:
Willst du nachts dein Bett vermeiden,
musst du mit dem FZ  reisen           


Paragraph 3
Siegertypen haben wir so einige auf der Reichenau. Zu diesen zählt auch ein bekannter Wassersportprofi aus der Schloßstraße. Dieser hatte bei der Bodenseewoche einen überzeugenden Segel-Sieg hingelegt und gezeigt, wie gekonnt und präzise er sein Boot bewegen kann. Als er sich nach diesem Erfolg mit seinem Motorboot wieder von Konstanz zurück auf die Reichenau machte, hatte er jedoch seine präzise Fahrweise völlig über Bord geworfen und rammte in voller Fahrt das Seezeichen Nr. 1 im Konstanzer Trichter um. Noch völlig euphorisiert von seinem Sieg dachte er, dass kein Zeuge einen solchen Segelprofi anschwärzen würde und fuhr mit seinem selbst beruhigten Gewissen weiter.  Doch kurz nach seiner begangenen Fahrerflucht, begegnete er hinter der Rheinbrücke einem Boot, das er eigentlich gerne ignoriert hätte. Doch leider steuerte dies zielstrebig auf ihn zu. Als die Wasserschutzpolizei dann neben ihm stand, dachte sich Rolf, dass er am besten ganz progressiv an die Sache herangeht.  Und so berichtete er den Polizeibeamten, in seiner bekannt, trockenen Art, dass ihm  aufgefallen ist, dass im Konstanzer Trichter das Seezeichen fehle, das höchstwahrscheinlich von irgendjemandem umgefahren wurde und sie sich doch dringend jetzt darum kümmern sollten. Doch die Polizisten entgegneten ihm, dass sie dies eigentlich gerade tun würden, da sie mit dem Fernglas genau beobachtet hatten, wie ER das Seezeichen umgefahren habe.
So war es gut, dass die Sieges-Feier der erfolgreichen Segelcrew erst nach der Heimkehr auf die Insel geplant war und somit immerhin kein Alkohol im Spiel war. Ob es Rolf dann gelungen ist, außer dem Siegerpokal auch die von seinen Jungs so sehr gewünschte Pfahltrophäe in seinen Besitz zu bringen, ist nicht bekannt.       


Paragraph 4
Es ist schon fast eine Tradition, dass sich jedes Jahr eine Gruppe junger Reichenauer Buben auf den Weg nach Österreich zum sagenumwobene Woodstock der Blasmusik macht. Um nicht mit mehreren Autos fahren zu müssen, bietet es sich ja an, einen VW-Bus zu nutzen. Zum Glück besitzt die Schwester einer der Mitfahrer einen VW-Bus und stellte diesen auch ohne Bedenken den Jungs zur Verfügung. Somit hatten sie auch genug Platz, um den Bus mit einer großzügigen Ladung Bier zu bestücken und die letzten Zentimeter des Kofferraums auch noch mit etwas Essbarem zu beladen. Mit guter Laune und großem Durst ging die lange Reise dann los. Doch leider leerten sich nicht nur die Bierdosen, sondern auch der großzügige Tank des Autos. So mussten sie neben zahlreichen Pinkelpausen auch einen Tank-Stopp einlegen. Schon beim Anfahren der Raststätte stand dann die Frage bezüglich des zu tankenden Kraftstoffes im Raum. Es wurde heftig diskutiert und jeder hatte natürlich den besten Rat zur Feststellung des richtigen Kraftstoffes. Nachdem sie dann am Tankdeckel gerochen, geschmeckt und geleckt hatten, waren sie sich fast sicher. Ahnungslos, jedoch mit großem Selbstbewusstsein, tankten sie dann voll! Nachdem Tank voll und Blase leer war, ging die Reise weiter. Doch nur leider sollte sie nicht lange weitergehen. Nach einigen Minuten nämlich fing der Bus an bizarre Geräusche zu machen, ruckelte komisch und wollte dann auch gar nicht mehr vorwärts fahren. So mussten sie in einer Baustelle rechts ranfahren und sich mit dem Gedanken anfreunden, dass die Reise hier nun erst mal zu Ende sei. Doch keiner in der Runde verstand, warum der VW-Bus denn plötzlich nicht mehr fahren wollte. So benachrichtige sie den ADAC, um kompetente Unterstützung in dieser Angelegenheit anzufordern. Dieser konnte dann bei seiner Ankunft relativ schnell feststellen, dass der falsch getankte Kraftstoff der Übeltäter war. Und so musste der Bus erstmal zur nächsten Werkstatt abgeschleppt werden.    
Doch zum Glück hatten sie genügend Proviant an Bord, um sich die 5 Stunden Wartezeit während der Reparatur zu versüßen.
Und die Moral von der Geschicht:
Streikt der Motor auf der Strecke,
man vorher mal den Kraftstoff checke           


Paragraph 5
Der Gnadensee zum Baden sehr beliebt
im Sommer dort immer hoher Betrieb
dort schwimmen nicht nur Menschen gern
auch Wildschweine bleiben ihm nicht fern
so auch im Sommer es geschah,
dass man eines davon sah.
Aus Allensbach kommend, das ist doch klar,
das dort der Anfang von allem Elend war.
Die Sau sich auf den Weg zu uns machte
und sich dabei eigentlich nur Gutes dachte.
Sich endlich mal wie ein Auer fühlen
und im grünen Salat sich wühlen.
einmal durch die Tomaten flitzen
und im Block so richtig schwitzen
und zum Schluss, das wär ganz fein,
vom SWR gefilmt zu sein.    
Eine Sau mit solchen Starallüren,
sucht sich gleich die teuersten Türen.
schnurstracks macht sie sich auf,
hat das Zen-Tee Haus denn überhaupt auf?
Die Sau sich nähert mit viel gebrause,
gibt es im Teehaus gleich ne fette Sause?
Die Wildsau aber blickt es nicht
und rennt gegen die Scheibe mit dem Gesicht  
Und die Moral aus dem Gedicht:
Wehe dem der immer sagt:
dass keine Sau ins Tee-Haus mag!  


Paragraph 6
Traditionell findet am ersten Adventssonntag das 3er-Konzert der Jungmusik statt. In diesem Jahr kümmerte sich die Musikschule Konstanz um die Vorbereitungen und entwarf für das Konzert kreative und aufwendig gestaltete Plakate. Die Musikschule hatte auch keine Kosten und Mühen gescheut und für alle Vereine noch 200 Freikarten drucken lassen, um diese in den Orchestern verteilen zu lassen. Die Musikschule hatte wohl den Hintergedanken, dass sie dadurch die kalte, karge und schlecht klingende Halle in Pertershausen besser gefüllt bekommen könnte.
So verteilte Bernd in der Jungmusik-Probe dann munter die zahlreichen Freikarten und auch in der Bürgermusik wurden die restlichen Freikarten dann noch an den Mann gebracht.   
Die Vorfreude der Jungmusiker auf das Konzert war dann auch riesengroß, da sich fast alle Eltern und Omas und Opas, angelockt durch die großzügige Freikarte, dazu entschieden haben, an das Konzert zu gehen. Doch an der Kasse kam es dann für die Auer zu einem Aha-Erlebnis der besonderen Art: es sollte sich nämlich herausstellen, dass die verteilten Freikarten gar keine Freikarten waren, sondern nur eine alltäglich Form der Werbung, so genannte Flyer waren. De facto heißt das, dass alle den normalen und in diesem Fall sogar völlig überteuerten Eintrittspreis zahlen mussten, aber dafür die halbe Halle mit Reichenauern gefüllt war.
Und die Moral von der Geschicht:     
Willst du einen Konzertsaal füllen,
musst du Flyer in Freikarten verhüllen



Paragraph 7  
Nach einem gemütlichen Abend im Küferstüble, wollte ein Niederzeller Gemüsegärtner und Alt-FZler seinen Kollegen Franz nach Hause kutschieren. Im Auto unterhielten sie sich noch angeregt über den schönen Abend und die lustigen Geschichten. Als sie dann vor Franz Haus standen, sprang Roswitha schnell aus dem Auto, um Franz die Autotür zu öffnen. Dieser verabschiedete sich herzlich, dankte ihnen für’s Heimbringen und schon ging die Fahrt nach Niederzell weiter. Als Bernhard sich dann auf der Niederzeller Allee befand, begann er sich zu wundern, warum es denn plötzlich so still im Auto geworden ist. Seine Frau Roswitha hatte vorhin doch noch wie ein Wasserfall mit Franz geplappert. Doch seine Rufe in den hinteren Teil des Autos wurden nicht erwidert. So dachte sich Bernhard, dass sie wohl auf der kurzen Strecke müde geworden ist und sich auf der Rückbank zum Schlafen hingelegt hat. In Niederzell angekommen, freute er sich auf den Anblick der schlafenden Gattin auf dem Rücksitz, doch als er dann die Hintertür des Wagens öffnete, war der Rücksitz leider mauseleer. Bernhard verstand die Welt nicht mehr. Wo zum Teufel hat sich denn seine Frau versteckt?? Doch in diesem Augenblick fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Er muss seiner Gattin Roswitha wohl davongefahren sein, die nun verzweifelt vor Franz Haus stehen muss. Und so machte er sich wieder auf den Weg, um seine stehen gelassene Gattin in Mittelzell abzuholen.
Und die Moral von der Geschicht:
Tür aufhalten lohnt sich nicht!


Paragraph 8
Auch im Hause unseres Narrenpräsidenten gab es dieses Jahr so einige große Feste zu feiern. So heiratete sein jüngster Sohn seine große Liebe Sandra, was standesgemäß in einem großen Rahmen gefeiert wurde. Die Feierlichkeiten zur Hochzeit wurden schon wohlwissend nach Konstanz verlegt, um eventuelle Missgeschicke oder Peinlichkeiten für das Narrenbuch zu vertuschen. Doch leider gibt es auch schwarze Schafe in dieser Familie, die so manche Geschichten durchsacken lassen. So wollte sich das Brautpaar, nachdem es bis kurz vor Morgengrauen mit seinen Gästen gefeiert hatte, endlich in ihr traumhaftes Himmelbett in der luxuriösen Hochzeitssuite des 47° fallen lassen. Doch um dieses Wohlgefühl zu bekommen, sollte man im Besitz der weißen Plastikkarte sein, die einem den Sesam öffnet. Valle, der froh war, seine Frau von der weißen Standvase, die sich neben dem Aufzug befand, zu unterscheiden, war mit der Aufgabe der Suche völlig überfordert. Und auch Sandy, die sich dabei in ihrem weißen Kleid verheddert hatte, sollte sie nicht finden. So konnte sie weder zum Eingang hinein, noch den Außenaufzug nutzen.
Kurzentschlossen taten sie es ihren geliebten Reben gleich und kuschelten sich auf der grünen Wiese hinter dem Hotel in die Erde und genossen das leise Rauschen des Rheins und der B33 unter freiem Himmel.
Als sie am nächsten Morgen dann vom Zimmermädchen geweckt wurden, die von Hotelgästen darauf hingewiesen wurde, dass verkleidete Menschen in ihrem Garten liegen würden, waren Valle und Sandy dann doch froh, noch ein wenig in ihrer mollig warmen Suite zu schlafen.   
Und die Moral von der Geschicht:
Ist der Bund der Ehe vollzogen,
kann man auch schlafen auf dem Boden.  


Paragraph 9
Kassieren gehen, das ist fein
das ist etwas für groß und klein
auch jung oder alt ist keine Frage
und niemand interessiert das Gewicht auf der Waage
So auch die Gattin eines Ehrenpräsidenten war auf der Gass‘
obwohl das Wetter war ziemlich nass
Gesungen, getrunken, getanzt und gelacht
und viele Lösle und Button an den Auer gebracht
Am Abend dann das Bett schnell rief
ein Schönheitsschlaf muss sein ganz tief
Doch wie’s im Alter dann oft so ist,
man die Länge des Schlafs vermisst.
Um kurz vor sechs er ist vorbei,
Carmen dann macht so allerlei.
Die Hosen vom August ganz schnell kürzen,
doch dabei bloß nichts überstürzen.
Mit flinker Schere das eine Bein,
und dann müsste es nur noch ein zweites sein.
Doch als sie fertig mit ihrem Werk,
August meinte: ich bin doch kein Zwerg.
Carmen hatte in vollem Elan,
es zweimal am gleichen Hosenbein getan.
Doch dem noch nicht genug,
sie wollte es machen wieder gut.
Sie das eine Stück wieder anbrachte,
in der Hoffnung August sei damit ganz sachte.
Doch zufrieden war August damit nicht,
und man sah es auch  in Carmens Gesicht.
Was nun wohl mit der Hose geschieht,
welche Konsequenzen es nach sich zieht?
Die Hose nun ein Ende findet,
sie vielleicht die Fastnachtverbennung entzündet?
Für Carmen wäre es die Wende,
und der Schreck hätte endlich ein Ende.
      
Und die Moral aus dem Gedicht:
Ging das Kassieren mal allzu lange,
ändere keine Hosen von der Stange!
     

Paragraph 10
Ordnung ist das halbe Leben und eine dementsprechende Dekoration gehört zu einer schicken und modernen Wohnung. Das dachte sich auch Maria, die bemüht ist, jedem Raum seine individuelle Note zu geben. So sollte es auch im schwierigsten Raum des Hauses, dem Klo sein. Für diesen hatte sie einen ganz besonderen Gag. Sie hatte nach langer Suche endlich eine ziemlich teure Seife gefunden, die nicht nur eine kreative und außergewöhnliche Form hatte, sondern das Klo auch noch mit einer Duftwolke an unterschiedlichen aphrodisierenden Düften einhüllte. Jedoch wurde Marys Begeisterung von dieser außergewöhnlichen Seife nicht von ihrem Freund geteilt. Als dieser sie nämlich auf dem Klo am Waschbecken fand und ihn der Duft fast rückwärts aus dem Klo gehauen hatte, war er sich ganz sicher, dass Mary vergessen hatte, den Klostein in die Kloschüssel zu werfen und tat dies umgehend für sie. Als er am Abend Mary auf den seltsam duftenden Klostein ansprach, wusste sie zuerst nichts mit der Geschichte anzufangen, bis sie dann endlich begriff, dass ihre wertvolle und heiß geliebte Seife nun den Boden der Kloschüssel küsst. Doch nur einige Minuten später wurde Mary wieder ihre wundervolle Seife von einem triefenden Ärmel präsentiert, dem man so einige Spuren eines Griffs ins Klo ablesen konnte.            
Und die Moral von der Geschicht:
Ist die Seife in der Schüssel,
tauch sie hoch mit deinem Rüssel.

Diese Veröffentlichungen sind vom Elferrat genehmigt und werden hiermit ins Goldene Buch der Narretei aufgenommen, um den späteren Geschlechtern die lustigen Streiche des vergangenen Jahres in steter Erinnerung zu halten.
Ho Narro!!!    

 


 

 

Narrenbuch 2015

Paragraph 1
Astralkörper müssen gepflegt werden, dachte sich Stin und sprang elfengleich in ihre geräumige Dusche. Als sie gerade fertig war und die Dusche ausgemacht hat, vernahm sie einen komischen Pips-Ton aus ihrer Dusche. Von Panik geplagt, dass sie dabei etwa bespitzelt werden könnte, hat sie die ganze Wohnung nach dem Ton abgesucht, doch ihre Suche blieb erfolglos. Nichtsdestotrotz war der Ton eindeutig aus den Wasserleitungen der Dusche zu hören. Hilflos, da ihr Gatte Christian nicht erreichbar war und kurz vor der Verzweiflung, setzte Sie einen „Notruf“ an die Firma Wieser ab. Da Christine sofort den Ernst der Lage erkannte, schickte sie auch prompt 2 Männer in die Nachbarschaft. Kompetent und zielorientiert untersuchten sie die Rohre und kamen zu dem Entschluss, dass sie sie wohl tiefer bohren müssen, um die Bespitzelungsanlage zu erreichen. Doch im letzten Moment bemerkte einer der Männer, dass der Ton doch eher auf der anderen Seite der Wand zu verorten sei. Als Stin dann aus dem Schlafzimmer, das sich auf der anderen Seite der Wand befand, zurück kam, präsentierte sie den Männern ihren hochmodernen Radiowecker, der aufgrund der leeren Batterien einen unangenehmen, schrillen Ton von sich gab. Unsere gute Stin war daraufhin das Gespött der ganzen Firma Wieser und selbst Christine hat ihr am nächsten Tag extra nochmal angerufen, um nachzufragen, ob sie nun wieder in Ruhe duschen könne.
Und die Moral aus der Geschicht:
Sind die Batterien das nächste mal leer,
Kommt zu Stin bestimmt die Feuerwehr
 
Paragraph 2
Nach einer anstrengenden und hektischen Saison am Camping-Platz freute sich das Betreiber-Ehepaar auf einen entspannten und stressfreien Urlaub im sonnigen Tunesien. Dem seit Monaten gut geplanten Urlaub schien nichts im Wege zu stehen und so war die Vorfreude mehr als groß. Doch zwei Wochen vor Abflug erreichte sie die Schreckensnachricht: Sowohl die Deutsche Bahn als auch die von ihnen gewählte Fluggesellschaft kündigten Streiks für die Woche ihres Abflugs an. Carolin, schlau und durchdacht wie sie ist, wollte allen möglichen Hindernissen und Ausfällen aus dem Weg gehen und buchte Flug und Zug um, und achtete bei der neuen Planung akribisch darauf, dass sie bei der Anreise nicht von einem der Streiks von Bahn und Lufthansa aufgehalten werden. Aufgrund ihrer prophetischen Weitsicht, verlief die Anreise reibungslos und sie kamen ohne Probleme im schönen Tunesien an. Nachdem sie mit 2-stündiger Verspätung, aufgrund der geographischen Planlosigkeit ihres Shuttelbusses, am Hotel ankamen, konnte Familie Motz dann leider nicht in ihr Hotel einchecken, da das gesamte Hotelpersonal an diesem Tag zu streiken begonnen hatte. So blieb Carolin dann schlussendlich nichts anderes übrig als doch etwas motzig zu werden.
 
 
Paragraph 3
Die Neurentner Ellen und Günter wollten mit den Ruheständlern Nadide und Richard eine Radtour unternehmen, um die ins Alter gekommenen Gelenke aus ihrem angerosteten Zustand zu befreien. Als es dann an einem schönen, sonnigen Nachmittag los gehen sollte, rief Richard seinen Kollegen Günter an, um ihm mitzuteilen, dass sie sich um ein paar Minuten verspäten würden, da Nadide noch unbedingt die Blumen gießen müsse, aufgrund der heißen und trockenen klimatischen Verhältnisse. Ellen und Günter nutzten die Wartezeit, um mit ein paar gymnastischen Übungen, ihre Muskeln für die anstehende Tour aufzuwärmen. Nach einer viertel Stunde rief Richard ein zweites Mal an, um den Treffpunkt um ein weiteres Mal zu verschieben. Nadide habe sich beim Gießen am Kaktus verletzt und müsse nun die Wunde desinfizieren und verbinden. Sie kämen im Anschluss aber sofort zum geplanten Treffpunkt. Inzwischen wurden Ellen und Günter, die nach ihrer Aufwärmphase sich eigentlich schon dachten, dass es genug Sport für heute gewesen sei, doch stutzig und wunderten sich, was in Niederzell eigentlich los sei. Als Nadide und Richard mit einstündiger Verspätung endlich ankamen, ging die Fahrt dann los. Doch, im Nachhinein stellte sich heraus, dass sich dieser Nachmittag in der Fischergasse ganz anders abgespielt hat, als Richard am Telefon berichtet hatte. Die Beiden hatten sich nämlich aus ihrer Wohnung ausgesperrt und sich erst aus der misslichen Lage befreien können, als Richard mit vollem Körpereinsatz und Gewalt eine Scheibe einschlug, um anschließend über dieses in die Wohnung zu klettern, um ihre Utensilien für die Radtour zu holen.
Und die Moral aus der Geschicht:
Lieber den Stachel im Finger,
als die Scheibe am Arsch!!
 
Paragraph 4
Auch die Reichenauer Pilgergruppe begab sich im letzten Jahr wieder auf den Weg. Auf dem Abschnitt durch die Schweiz mussten die Pilger so einige Höhenmeter hinter sich bringen und waren am Abend doch immer sehr froh, endlich in der Pilgerherberge angekommen zu sein. Für die Pilger ist die anschließende Fußpflege ein gewohntes Ritual, um die Füße für den nächsten Tag zu erholen. Dies dachte sich auch unsere Pilgerin Uli Haselberger und cremte sich nach der erfrischenden Dusche kräftig mit einer beruhigenden und wohltuenden Creme ein. Nach und nach wunderte sie sich aber darüber, warum sich ihre feinen, dünnen Härchen auf den Zehnen aufstellten und die Creme einfach nicht einziehen wollte. Erst nachdem sie nochmals auf die kleine Tube geschaut hatte, wurde ihr klar, dass es sich bei der Creme nicht um den alt bewährten Hirschtalg handelte, sondern um das mitgenommene Haar-Gel. Doch so konnte sie immerhin am anschließenden Abendessen behaupten, dass ihre Füße heute trotz der anstrengenden Etappe, bestens für ein abendliche Sause vorbereitet und gestylt wären.  
 
Paragraph 5
Erholung stand dieses Jahr bei vielen auf dem Plan. So auch bei einem hiesigen Elektriker und seiner Gattin Gudrun. Diese wollte vor ihrer Reise noch ein wenig Geld für die Urlaubskasse holen und machte sich auf den Weg zur Bank. Nachdem sie mit dem gut gefüllten Kuvert die Sparkasse verlassen hatte, dachte sie, dass sie doch noch schnell Alfreds Rechnungen bei der Genossenschaft in den Briefkasten werfen könnte, wenn sie eh gerade unterwegs sei. Da die liebe Gudrun an diesem Morgen etwas durrenand war, warf sie nicht nur Alfreds Rechnungen in den Briefkasten, sondern auch den unbeschrifteten Umschlag mit ihren gerade auf der Sparkasse besorgten 500 € Reisegeld. Erst Stunden später bemerkte sie, dass ihr doch eine Kleinigkeit abhanden gekommen war. Als sich Gudrun bei der Post meldete, hatte diese das Geld bereits unter „anonymer Spende“ verbucht und Gudrun konnte nur mit Hilfe einer äußerst komplexen Erklärungen den Postbeamten so durrenand bringen, dass er ihr schließlich das Geld doch zurück überwies.
Und die Moral aus der Geschicht:
Willst du im Urlaub auf Bargeld verzichten
schicke Gudrun, sie kann es dir richten!
 
Paragraph 6
Heiligabend wird auch bei der Familie Blum in der Abtswiese besinnlich im Familienkreis gefeiert. Geschenke spielen dabei eine eher untergeordnete Rolle. Dafür gibt es ein leckeres und üppiges Abendessen, auf das sich Elena dieses Jahr besonders gefreut hat. Doch kam sie während des Essens doch in zeitliche Bedrängnis, da sie pünktlich in Mittelzell zur Christmette sein wollte, um ihren Freund Meinrad singen zu hören. Aufgrund ihrer guten Planung, aber für den Magen leider etwas hektischen Aktion, bekam sie noch einen vorderen Platz in der Kirche. Eine besinnliche und ruhige Stimmung erfüllte das Münster während der Messe. Doch als es dann zum Höhepunkt kommen sollte und Meinrad das „Transeamus“ anstimmte, dachte sich auch Elenas Mageninhalt, dass er sich auf den Weg machen sollte. Dies spürte Elena und rannte hektisch durch das voll besetzte Mittelschiff, das aufmerksam dem Gesang lauschte. Alle Anwesenden wunderten sich, warum sie denn gerade in diesem Augenblick die Kirche verlassen wollte, wo doch ihr Freund gerade ein Solo sang. Doch Elena war mehr als erleichtert, als sie das Weihnachtessen neben der Kirche entladen konnte. Glücklich über diese Befreiung der Last, schwirrte ihr aber gleich ein nächster Gedanke durch den Kopf, als sie den unangenehmen Geschmack in ihrem Mund schmeckte. „Wie kann ich diesen denn los werden“, fragte sie sich? Da die öffentlichen Toiletten geschlossen waren, war die schnellste und einfachste Lösung, die ihr kam, die Gießkanne auf dem Friedhof. Gesagt, getan, und schon gab es eine Mundspülung der etwas anderen Art. Und so konnte sie wieder gelassen zurück ins Münster kehren.    
Und die Moral von der Geschicht:
Schlägt es dir mal auf den Magen,
musst du nur die Elena fragen!
 
Paragraph 7
Düster und unheimlich gruselig geht es dieses Jahr beim Grundele-Ballett zur Sache. Mit einem bunten Potpourris aus Liedern, die von Geistern, Zombies und anderen dunklen Gestalten handeln, wollten sie für ihren neuen Show-Tanz daher auch ein besonders schauriges und durchaus auch teilweise verwestes Kostüm entwerfen. Um den Vorstellungen aller Mädels gerecht zu werden, blieb nur eine Lösung. Das Kostüm muss von Hand genäht werden, damit es auch wirklich schrecklich aussieht. Und so sollte sich auch herausstellen, dass es in der Tat eine anspruchsvolle Aufgabe ist. Als die liebe Hannah sich an das Zuschneiden des Kostüms heranwagte, begann sie noch voller Elan und dachte sich, dass sie zuerst einmal ein paar Löcher in den Stoff schneidet, damit es einen gruseligen Zombie-Friedhofseffekt bekommt. Das Ausschneiden gelang ihr auch ganz gut. Doch als es dann an das Zusammennähen gehen sollte, bemerkte sie, dass sie jetzt doch eigentlich in die Tanzprobe sollte und bat daher ihre Schwester Lena, ihr das Kostüm fertig zu nähen, da sie jetzt ins Training müsse. Sofort nahm sich auch der Arbeit an und machte sich zuerst einen Überblick über das Kostüm. Nach einer kurzen jedoch intensiven Analyse des Stofffetzens, schlug sie die Hände über dem Kopf zusammen, verstand die Welt nicht mehr und fragte sich, was Hannah sich dabei gedacht hatte. Eins war auf jeden Fall klar, dass sie wohl eine Nachschicht werde einlegen müssen. Anstatt sich nun an die Nähmaschine zu setzen und loszunähen, holte sie Nadel und Faden und begann die liebevoll ausgeschnittenen Zombie-Friedhofeffekte von Hanna alle wieder sauber und präzise zuzunähen bis sie nach 2,5 Stunden nicht mehr auf dem Kleid zu entdecken waren. Als Haitos Hannah dann nach Hause kam, traf sie beinahe der Schlag, als ihr Lena das makellose Kleid ganz stolz präsentierte.
 
Und die Moral von der Geschicht:
Willst du den perfekten Schnitt
ist ein Lena Huber der Hit    
 
Paragraph 8
Frisch gestriegelt und gut gelaunt wollte Franz eine Runde auf der Insel drehen, um zu schauen, was auf den Straßen denn so los sei. Nachdem er es sich in seinem Auto bequem gemacht hatte, fuhr er gemütlich los. Während er gespannt auf die Gehwege blickte, um einen eventuellen Skandal zu entdecken, fiel ihm plötzlich ein seltsames Geräusch in seinem Auto auf. Zuerst versuchte er das Geräusch zu ignorieren, doch da es an Konstanz und Intensität nicht nachlassen wollte, beunruhigte es ihn schlussendlich doch. Darum entschloss er sich dem ominösen Laut auf den Grund zu gehen. Kurz entschlossen steuerte er die Inselgarage Beck an, um gemeinsam mit Baptist dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Dort angekommen, eilte er zu Baptist und schilderte ihm die Situation. Als sie dann gemeinsam vor dem Auto standen, vernahm auch Baptist das dubiose Geräusch. Doch verorten konnte er es auch nicht auf Anhieb. Deshalb machten sie sich daran, den Motorraum genauestens unter die Lupe zu nehmen. Doch dort konnten sie nichts Auffälliges entdecken. Seltsam an der Sache war, dass das Geräusch sowohl bei laufendem als auch bei still stehendem Motor unverändert laut blieb. Als sich Baptist dann in das Auto setzte, um dort nach dem Ton zu forschen, meinte er, dass es nun deutlicher leiser sei. Franz hingegen antwortete ihm, dass er hier draußen unverändert sei. Als Franz dann zu Baptist ins Auto stieg, meinte Baptiste augenblicklich, dass es nun wieder deutlicher lauter werde. Offensichtlich konnte Franz das Geräusch durch seine Anwesenheit eindeutig beeinflussen, was die Sache noch rätselhafter machte. Da beide keine Lösung fanden, wollte Franz sich wieder verabschieden. Als Franz dann in seine Manteltasche griff, um den Autoschlüssel herauszuholen, fand er dort auch des Rätsels Lösung: Nicht nur diesen, sondern auch seinen Rasierapparat, den er in der morgendlichen Eile wohl aus Versehen mitgenommen hatte und der nun munter in seiner Manteltasche vor sich hin brummte. Somit war der Tatort gelöst und der brummende Übeltäter gefasst.  
Und die Moral aus der Geschicht:
stellt sich ein Geräusch als undefinierbar dar
greif in die Tasche von Franz Hocevar
 
Diese Veröffentlichungen sind vom Elferrat genehmigt und werden hiermit ins Goldene Buch der Narretei aufgenommen,
um den späteren Geschlechtern die lustigen Streiche des vergangenen Jahres in steter Erinnerung zu halten.
Ho Narro!!!


 

Narrenbuch 2014

Paragraph 1

 

Ostersonntag, 9. 35 Uhr in Oberzell. Die Sonne scheint, die Glocken läuten und die Oberzellerinnen und Oberzeller spazieren gemütlich in Richtung Kirche in großer Vorfreude auf den Gottesdienst. An diesem Ostersonntag sollte der Oberzeller Kirchenchor eine besonders schöne Messe zum Besten bringen und alle Kirchgänger waren schon sehr gespannt.
Zur gleichen Zeit im Hause einer Oberzeller Elferfamilie. Papa Klugi weckt liebevoll seine Kinder zum Frühstück, während seine Frau Petty die Eingangstöne des Kyries unter der Dusche zwitschert, um sich auf die bevorstehende Messe vorzubereiten.
Zurück zur Oberzeller Kirche: Inzwischen wartet der Oberzeller Kirchenchor schon ganz ungeduldig auf sein Dirigentin Patricia, die normalerweise immer pünktlich zum Einsingen erscheint. Um die nervösen und ungeduldigen Gemüter zu besänftigen, beschließt Doris, das jungfräuliche Blumenmädchen, das Kommando zu übernehmen und trällert mit ihren Chorkollegen die höchsten Tonleitern rauf und runter.
Völlig unberührt von der Hektik, die sich in der Oberzeller Kirche aufgebaut hatte, sitzt Familie Klug gemütlich und tiefenentspannt am Frühstückstisch, bis plötzlich das Telefon klingelt. Petty schlendert seelenruhig zum Telefon und wird dann von einer hektischen Stimme aus ihrer Ruhe gerissen: "Petty, wo bleibt ihr, in 10 Minute isch Kirch. Alle warte!!!"
Fassungslos schmeißt sie das Telefon zur Seite, packt Kind und Kegel und rast schnurstracks zur Oberzeller Kirche. Aufgrund von Parkplatznöten, bleibt ihr jedoch keine andere Wahl, als direkt neben einem Acker zu parken. Vor lauter Chaos und Hektik, stolpert der kleine Elias dann auch noch zum Auto heraus und fällt mit voller Montur in die riesen Pfütze, die sich zwischen Acker und Auto befand. Nachdem Petty dann nochmals heim gefahren ist und Elias flott die Kleidung gewechselt hat, kommt sie dann gerade rechtzeitig in die Kirche, um das Eingangslied einzustimmen.
Und als Merksatz bleibt ihnen übrig:
Ach wie gut, dass Familie Klug nicht weiß, dass ich immer schon Sommerzeit heiß.

 


Paragraph 2


Wir bleiben in den heiligen Gemäuern der Oberzeller Kirche. Diese werden von unserer fürsorglichen und fleißigen Mesnerin Hanni liebevoll betreut und gepflegt. Diese befand sich eines Abends nach der Messe noch im Seitenschiff der Kirche und staubte diverse Heiligenfiguren ab. Währenddessen verließ Pfarrer Dannenmeyer die Kirche auf leisen Sohlen und schloss dabei alle Türen, im Glauben, dass auch Hanni sich schon längst auf dem Heimweg befinde. Doch diese verfolgte immer noch ihre Lieblingsbeschäftigung und merkte erste dann, als sie die Kirche verlassen wollte, dass alle Türen verschlossen waren. Das große Problem dabei war, dass sie selbst ihren Schlüssel vergessen hatte. Völlig ratlos begann sie ein Stoßgebet loszuschicken, um Rat von oben zu erhalten. Und in der Tat, die Lösung ihres Problems befand sich wirklich einige Meter über ihr. Ohne lange zu überlegen, schaltete Hanni alle Kirchenglocken ein, in der Hoffnung, dass sich irgendjemand wundern würde, warum zu so später Stunde ein volles Glockengeläut zu hören sei. Nach sage und schreibe 20 Minuten vollem Glockengeläut kam dann endlich die Rettung und der zuverlässige Hermann öffnete ihr die Türe.
Daher merke:
Willst du die Aufmerksamkeit der Auer erregen,
musst du nur alle Glocken bewegen



Paragraph 3


Auch die Reichenauer Geistlichkeit lässt es sich nicht nehmen, ins goldene Buch der Narretei aufgenommen zu werden. So sorgte Pater Hugo erst vor einer Woche für seinen ersten Eintrag.
Dieser befand sich früh morgens mit dem Auto auf dem Weg nach Konstanz, um seinen Mitpater Stefan an den Bahnhof zu bringen. Auf der Rückfahrt begann sein Auto plötzlich komische Geräusche zu machen und auf Höhe der Kläranlage kam es dann trotz göttlichem Beistand zum Stillstand des Wagens. Da er zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Besitz eines Handys war, beschloss er nach kurzer, geistreicher Überlegung, das Auto mitten auf der Straße stehen zu lassen und zu Fuß auf die Reichenau zu marschieren, anstatt 200 m zurück zur nächsten Tankstelle zu laufen, um dort nach Rat zu fragen. Ob das wohl mit seiner etwas schüchternen Art zu tun hat, bleibt an dieser Stelle noch offen. Jedenfalls endete nach anderthalb stündigem Pilgermarsch seine Durststrecke bei Guido Beck, der mit ihm dann zurück zum Problemkind fuhr. Dort hatte sich inzwischen ein großes Polizeiaufgebot gebildet, das auf der Suche nach dem Besitzer des Wagens war. Die Verwunderung der Polizei war dann doch sehr groß, als dann plötzlich ein Pater vor ihnen stand, da sich ihre Gedanken kurz zuvor noch eher um einem Drogendealer, Geldschmuggler oder Bankräuber gedreht haben. Nachdem die Polizisten dann das Wesen des Paters kennengelernt hatten, war ihnen schnell klar, dass er wohl die größte Unschuld an diesem ganzen Aufstand hatte.  

 

 

 

Paragraph 4

 

Oans zwoa g'suffa dachten sich Karl und Aniceta und begaben sich fröhlich und mit großer Vorfreude auf den Weg zum Leue. Dort fand auch dieses Jahr wieder das berühmt berüchtigte Oktoberfest statt. Nach einem zünftigen Abend, mit viel Musik, guter Stimmung und zahlreichen Maß begaben sich die beiden in ihren schicken Trachten auf dem schnellsten Wege schnurgerade nach Hause. Doch aus dem schnurgerade wurde immer mehr ein zick-zack, je näher sie sich der Brücke über den Rio-Lobo näherten. Als sie dann kurz davor waren haben sie trotz ziemlicher, aber nicht völliger Dunkelheit die Brücke knapp verfehlt und landeten beide im feucht-kühlen Nass. Kurz danach kam Schlotzi aus dem Leue und wollte, bevor er den Heimweg antrat, sich an dem besagten Bach noch seiner Notdurft entledigen. Da hörte er auch schon von Weitem die verzweifelt im Dreck steckenden Jatters, sich gegenseitig Tipps zuschreien. Nachdem Schlotzi sogleich die dringend nötigen Rettungsmassnahmen eingeleitet hatte und Aniceta relativ bald aus dem Morast befreit war, ging diese, während Schlotzi sich noch um Karl kümmerte, schon mal über die Brücke Richtung Heimat. Völlig außer sich rief sie ihrem Karl nur noch hinterher, dass er doch endlich kommen möge. Da dieser den erlittenen Schock aber erst noch verdauen musste, kam Aniceta wieder zurück, um von der anderen Seite des Baches ihren Mann aus dem Bach zu hieven, wobei sie sofort selbst wieder schnur stracks im Bach landete. Doch dieses Mal verlor sie dabei auch noch ihre Brille und saß nun im Bachbett wie sonst nur zuhause in der Badewanne. Aber trotz der kühlen Temperaturen wollte sie partout nicht mehr aus dem Wasser, bis sie Ihre Brille wieder gefunden hätte. Der mittlerweile auch herbei geeilte Leuewirt Günter konnte sie dann doch dazu überreden, die vermeintliche Badewanne zu verlassen, so dass die beiden patschnass und mit Dreck verschmiert endlich ihren Heimweg fortsetzen konnten. Als Benedikt in dieser Nacht heim kam, war er sehr entsetzt, als er die Schlammspur vor der Haustür bis in Wehrles Schlafzimmer verfolgen konnte. Doch wundern tut ihn eigentlich nichts mehr. Die verlorene Brille, übrigens, haben die beiden dann am nächsten Tag in einer großen Suchaktion mit einem Rechen tatsächlich wieder gefunden.
Und die Moral aus der Geschicht:
Ist der Heimweg mal mühsam und schwer,
waren die Flaschen wohl alle leer

 

 


Paragraph 5


Erst vor zwei Tagen feierte einer unserer Ehrenelfer seinen 60ten Geburtstag in den Gewölben des Pirminskellers. Dazu lud er Freunde und Familie ein, die die Einladung auch gern entgegen nahmen. Unter den Gästen war auch sein Schwager Erwin, der bekannt dafür ist, dass er die Umgebung, in der er sich befindet, sehr genau unter die Lupe nimmt, um im gegebenen Fall eine interessante Entdeckung zu machen. Dazu musste sich Erwin gar nicht weit vom Pirminskeller entfernen, da er schon in der unmittelbaren Nachbarschaft das erste Mysterium entdeckte. Nach einer kurzen, aber intensiven Analysephase kehrte er zurück in den Keller, um Zappel, den allseits bekannten Wetterpropheten, auf seine Entdeckung aufmerksam zu machen. Erwin meinte dann nur kurz und knapp: "Du Zappel, ich find des ja prima, wenn die ne Zweigstelle von de Touristinfo bei euch gegenüber aufmache, aber isch des sinnvoll die Prospekte auf der Wetterseite auszulegen?"
Nach einer kurzen Aufklärung von Zappel, fiel es Erwin dann wie Schuppen von den Augen, dass die Plakate und Prospekte wohl Teil der "Astellte" der Kranzer anlässlich der Hochzeit von Simone und Harald waren.
 



Paragraph 6


Auch unser allseits bekannter SWR-Star aus der Mittelzellerstraße hat sich dieses Jahr wieder gekonnt in Szene gesetzt. Nachdem sie zu Beginn des Jahres den Hergete-Laufsteg erobert hatte, hat sie ihren Charme auch im Herbst gekonnt eingesetzt, um die Männer des Winzervereins zu bezirzen.
Um ihre Trauben auch bis zum Schluss im Auge zu behalten, ist das Abliefern der Ernte ganz klar Claudias Sache. Erst wenn sie dann auf der Rampe steht und die schweren Kisten in den Trichter hieven soll, bemerkt sie immer wieder, dass eine kräftige Männerhand an dieser Stelle nicht schlecht wäre. Da ihr Gatte Hans aber weiter in de Rebe schaffe muss, braucht es eine neue Lösung. Aufgrund ihrer direkten und zielbewussten Art, fällt es ihr dann aber nicht schwer gleich alle umher stehenden Männer zusammenzurufen, um ihr zu helfen. Als diese dann den Kofferraum ihres Wagens geöffnet hatten, starrten sie jedoch äußerst verwundert in den leeren Kofferraum und fragten sich, wobei sie ihr denn nun eigentlich helfen sollten. Doch noch erstaunter und erschrockener war Claudia selbst, die in einer ihr selbst unbekannten Dynamik schnellstmöglich in ihr Auto huschte, um die vergessenen Trauben zu holen. Doch dem noch nicht genug. Da ihre Aufregung im dem Moment so groß war und die Blicke aller Männer auf sie gerichtet waren, blieb sie vor lauter Nervosität mit dem Auto am Pfosten des Vorbauzeltes hängen und riss dieses einige Meter mit sich. Somit gelang ihr erneut wieder einmal ein gelungener Auftritt, der ihre Fernsehqualitäten unter Beweis stellte.




Paragraph 7


Große Erfolge müssen gefeiert werden, dachten sich die Alt-Herren Fußballer, nachdem sie das Turnier in Weiterdingen gewonnen hatten. Als sie als Preis dann auch noch eine riesige Salami überreicht bekamen, beschlossen sie, zu dessen Verzehr bei Schlotzi im Schopf ein kleines Sommerfest zu veranstalten. Ralf, ganz begeistert von dieser Idee, dachte sich, dass eine Salami wohl doch etwas mager und einseitig für ein Fest sei. Daher beauftragte er Michi noch ein paar Platten für das Fest zu bestellen, um das Menü etwas vielfältiger und üppiger zu gestalten. Als die Männer dann am Abend nach dem Training mit der Salami in den Schopf kamen, waren sie alle hellauf begeisterst, als sie den reichhaltig und liebevoll gedeckten Tisch sahen mit den drei riesigen Vesperplatten. Doch die Begeisterung hielt dann leider nicht lange an. Denn als sie die Alufolie von drei großen Vesperplatten weg nahmen, entdeckten sie zu ihrem großen Erstaunen nur drei dick belegte Salamiplatten. Somit blieb den Männern nichts anderes übrig, als den ganzen Abend nur Salami in allen Variationen zu essen.




Paragraph 8


Schöner kann man es nicht haben, denkt man sich, wenn man die Burgstraße hinab läuft und Sabine und Franz im Garten sitzen sieht, wie sie die großartige Aussicht auf das Münster genießen. Aber Sabine und Franz dachten sich eines Samstagnachtmittags, als sie gerade mal wieder im Garten saßen, dass sie endlich mal wieder etwas Spannendes erleben möchten. Da kamen sie urplötzlich auf die großartige Idee, dass sie mal wieder ins Kaufland fahren könnten, da sei samstags ja immer was los. Gesagt, getan. Im Kaufland angekommen wühlten sie sich durch die Regale und kämpften mit den Schweizern um das letzte halbe Pfund Butter. Endlich am Ende angekommen, erschraken sie vor der riesigen Schlange, die sich vor ihnen befand. Nachdem sie sich eine halbe Stunde lang nur zentimeterweise mit ihrem Wagen vorwärts bewegt hatten, waren sie Gott froh endlich an der Kasse angekommen zu sein. Sabine begann die Sachen hektisch auf das Laufband zu legen, da die Schweizer von hinten schon drückten, als sie plötzlich einen Vibrator mit gefühlsechten Noppen in der Hand hielt. Verwundert und irritiert meinte sie zur Verkäuferin, dass das ausversehen in den Wagen gerutscht sein muss. Das möchte sie nicht kaufen. Auch Franz hielt plötzlich ein Bibi und Tina Stickerheft in der Hand und meinte zur Sabine, ob sie das kaufen möchte. Und auch dieses gaben sie dann bei der Kassiererin ab und meinten, dass es irgendwie dazwischen gerutscht sein muss. Nach Beendigung des erlebnisreichen Einkaufs waren Sabine und Franz doch froh als sie endlich wieder zuhause waren. Doch das größte Erlebnis sollte ihnen noch bevorstehen. Denn erst als sie in Ruhe ihren Einkauf auspackten, bemerkten sie, dass nicht nur der Vibrator mit gefühlsechten Noppen und das Bibi und Tina Stickerheft nicht von ihnen waren, sonder auch der komplette Rest des Einkaufs.
Und die Moral von der Geschicht:
Willst du im Kaufland was Besonderes erleben,
musst du den Einkaufswagen des Nachbars nehmen.
 



Paragraph 9


Der Vater eines Oberzeller Elferrates wollte seiner Familie eine große Freude bereiten. Während diese sich auf dem sonntäglichen Spaziergang befand, wollte er bereits daheim den Kaffeetisch richten und den Kaffee vorbereiten. Franz hatte gerade den Tisch akkurat gedeckt, da sah er die anderen bereits durch das Fenster wieder heimkommen. Daraufhin begab er sich in die Küche, um sich um den Kaffee zu kümmern. Kurz nachdem Franz auf den Knopf des Kaffee-Vollautomaten gedrückt hatte, erschallte das unangenehme Geräusch, das signalisiert, dass keine Kaffeebohnen mehr im Behälter sind. Normalerweise würde Renate an dieser Stelle geschwind die Bohnen aus dem Schrank holen und sie nachfüllen. Doch für Franz entwickelte sich daraus eher eine "Mission Impossible". Nachdem er endlich eine Büchse gefunden hatte, deren Inhalt einigermaßen wie Kaffeebohnen aussah, füllt er diese in den Automaten. Als die erste Tasse durch den Automaten geflossen war, dachte sich Franz bereits, dass der Geruch doch etwas seltsam sei. Trotzdem hatte er keine Hemmungen, diesen seiner Familie zu kredenzen. Als Klugi dann den ersten Schluck aus seiner Tasse genommen hatte, fing er an zu schmunzeln und meinte nur ganz leise zu seinem Vater: "Miau". Somit war Franz relativ schnell klar, dass er die Kaffeebohnen wohl mit dem Trockenfutter der Muschi verwechselt hatte.
 



Paragraph 10


Ein Reichenauer Alt-Elfer und passionierter Autoschrauber wollte seiner Gattin einen großen Wunsch erfüllen. Diese hängt ihm nämlich schon seit Jahren in den Ohren, dass sie im Winter das ständige Kratzen am Auto und das Frieren bis es warm wird, endgültig satt habe. Er solle sich doch mal Gedanken darüber machen, wie man das Problem beheben könnte. Letztes Jahr war es dann endlich soweit. Jochen kam auf eine zündende Idee. Er würde seiner Regine einfach eine spitzen Standheizung einbauen, dann würde es immer schön warm sein, wenn sie losfahren möchte. Begeistert von der Idee, freute sich Regine schon auf den Morgen, an dem sie in einem mollig warmen Auto zum Markant brausen würde. Als es dann soweit war, genoss sie die erste beheizte Fahrt mit dem Auto und fuhr ganz stolz auf dem Markantparkplatz mit dem Gedanken, dass sie gleich berichten werde, dass sie eine tolle Standheizung im Auto habe und nun gar nicht mehr frieren müsse. Doch als sie aus dem Auto ausstieg, sahen Friedel und Johannes sie ganz verstört an und meinten zu ihr, warum sie denn eine Steckdose hinter ihrem Auto herziehen würde. Elegant sähe das nämlich nicht aus. Erst in diesem Moment erinnerte sich Regine an den Satz ihres Mannes, dass sie nicht vergessen solle, den Stecker für die Standheizung herauszuziehen, bevor sie losfahre.
Und so platze für Regine der Traum vom mollig warmen Auto schneller als ihr lieb war.


Paragraph 11


Jeder Anfang ist schwer…denkt sich im Nachhinein ein junges Reichenauer Pärchen, das sich ganz spontan entschlossen hatte, im Februar diesen Jahres zusammenzuziehen. "Was andere können, müssten wir doch auch schaffen", dachten sich Sarah und Philipp und packten ihre sieben Sachen in ein paar wenigen Stunden zusammen und begannen ihren Umzug mit frohem Mutes. Nachdem der Umzug dann endlich geschafft war und die Wohnung einigermaßen provisorisch eingerichtet war, sind sie glücklich und erleichtert auf das Sofa gefallen und dachten sich, dass sie das Schlimmste wohl hinter sich hätten. Doch zu diesem Zeitpunkt wussten sie noch nicht, dass die wirklich schwierigen Aufgaben erst noch vor ihnen lagen.
Da beide passionierte heiße Schocki-Trinker sind, ergab sich das erste Problem bereits am nächsten Morgen als sie bemerkten, dass sie keine Mikrowelle haben, um die Milch aufzuwärmen. Aus lauter Ratlosigkeit rief Sarah der Jasmin an, um von ihr einen "heißen" Tip zu bekommen, wie sie denn jetzt die Schocki warm bekommen könnten. Jasmin verstand nicht ganz das wirkliche Problem und meinte nur zu ihr: "Dann mach sie doch auf dem Herd warm." Als Sarah dann antwortete: "Bist du dir sicher?", war Jasmin zwar etwas irritiert meinte aber nur "Ha ja, klar!" und legte dann auf. Daraufhin nahm Sarah zielstrebig zwei Tassen aus dem Schrank, füllte sie mit Milch, mischte den Kaba darunter und stellte die zwei Tassen direkt auf den Herd. Beide saßen nun vor den zwei Tassen auf dem Herd und fragten sich, wie lange das nun gehen mag. Als dann plötzlich eine Tasse zu vibrieren begann und die andere Tasse Risse bekam, wurden die Zwei stutzig und brachen das "Projekt Schocki" ab und fuhren zur Mama Bärbel, um dort die lang ersehnte heiße Schocki zu trinken.
Und die Moral aus der Geschicht:
Ist die Zubereitung der Schocki ein hartes Stück,
musst du zu deiner Mami zurück

 

Paragraph 12


Auch die sterbenden Schwäne aus dem Rio-Lobo waren wieder im Sinne der Narretei unterwegs. Anlass dafür war das letztjährige Schlachtfest der Elfer. Nachdem allen die Leber- und Blutwürste geschmeckte hatten und sie mit viel Bier, Wein und Schnaps begossen wurden, wollte sich das Ehepaar Wehrle mal wieder auf den Heimweg begeben. Hierbei sollte es dieses Mal zu keinen Komplikationen kommen, da sie wussten, dass kein seichtes Gewässer ihren Weg kreuzen würde. Dennoch war anscheinend nicht zu übersehen, dass Wehrles von einem feucht-fröhlichen Fest kamen, denn ihr Sohnemann Meinrad fuhr zufällig an ihnen mit dem Auto vorbei und erkannte schon von Weitem, dass seine Eltern wohl auf dem Heimweg waren. Deshalb blieb er kurz stehen und wollte fragen, ob er sie heimfahren solle. Doch bevor er nur zur Frage ansetzen konnte, hatten es sich die beiden schon auf der Rückbank gemütlich gemacht und sich freundlich im Voraus für die Mitnahme bedankt. Daheim setzte Meinrad seine Eltern ab und fuhr zu sich in die Mittelzeller Straße zurück.
Am nächsten Tag war dann die ganze Familie Wehrle zum Mittagessen verabredet. Meinrad wollte dann doch noch nachfrage, wie denn eigentlich das Schlachtfest gewesen sei. Aniceta meinte dann nur kurz: "Ha, es war scho recht, aber es Bescht war, dass üs en junge Mah hät homgfahre und des sogar bis vor Dürre". Meinrad meinte daraufhin nur kurz und trocken: "Mamme, des war ich!!!"
Und so wurde auch dieser Heimweg für Familie Wehrle ein unvergessliches Erlebnis.
 

Diese Veröffentlichungen sind von Elferrat genehmigt und werden hiermit ins Goldene Buch der Narretei aufgenommen, um den späteren Geschlechtern die lustigen Streiche des vergangenen Jahres in steter Erinnerung zu halten.

Insel Reichenau, im Jahr 2014.

 

Ho Narro!!!



 

 

Narrenbuch 2013

Paragraph 1

Auch dieses Jahr begab sich wieder eine Pilgergruppe auf den Jakobsweg. Ihr Ziel war es, nach einer knappen Woche das Kloster Einsiedeln in der Schweiz zu erreichen. Um für die Tagesetappen fit zu sein, ist es natürlich wichtig, sich in der Nacht auszuruhen und zu erholen. Ein ganz besonderes Erlebnis war dabei die Nacht in einem Strohlager, das für zwei der Pilger zu einem ganz besonderen Ereignis wurde. Das Strohlager befand sich auf zwei Ebenen. Wer von der oberen Ebene auf die Toiletten wollte, musste vorsichtig auf die untere Ebene herabsteigen und an den Schlafenden auf der unteren Ebene vorbei schleichen. Unser Reichenauer Supermarktbesitzer Friedel, der sein Schlafgemach auf der oberen Etage hatte, überkam mitten in der Nacht das Bedürfnis die Örtlichkeiten aufzusuchen. Da er niemanden wecken wollte, ließ er das Licht aus und versuchte wie eine Katze ganz leise und flink zu den Toiletten zu gelangen. Doch leider ließ ihn seine Orientierung im Stich und er stürzte wie ein Kartoffelsack auf die untere Ebene. Dabei fiel er aber nicht auf Stroh sondern in die Arme der schlafenden Pilgerin Carolin, die nicht wusste, was ihr zu Teil wurde. Für eine Marien-Erscheinung war die Person zu männlich und für einen Traum war der halbnackte Friedel zu real. Und da der Sturz bei Carolin einen kurzen Schrei ausgelöst hatte, war die Verwunderung bei den geweckten Pilgern doch sehr groß, als sie plötzlich Friedel im Gräbbele zwischen Caro und Zappel entdeckten. Und die Moral von der Geschicht: Willst du zur Toilette gehen, musst du auch die Treppen sehen.


Paragraph 2

Rund um eine Bäckerei in der Pirminstraße gibt es doch immer wieder spektakuläre Ereignisse: So lassen die dortigen Mitarbeiter keine Chance aus, um einen Eintrag ins Narrenbuch zu erhaschen. So auch Mitarbeiterin Andrea Hanel. Diese wollte die Gunst der Stunde nutzen, als gerade keine Kunden im Geschäft waren, um ihr eigenes Geschäft zu verrichten. Als sie nach dem Klogang wieder die Toilette verlassen wollte, bemerkte sie, dass sich das Schloss der Toilettentüre nicht mehr öffnen ließ. Zuerst versuchte sie selbstständig gegen den Widerstand anzukämpfen und mit Gewalt die Türe zu öffnen. Als dies aber auch nichts half, begann sie vorsichtig nach Hilfe zu rufen. Erst als ihre Stimmbänder bereits angeschwollen waren, erhörte ein Mitarbeiter den verzweifelten Hilferuf. Doch auch dieser stand dann vor der unlösbaren Aufgabe und bekam die Türe  selbst von außen nicht auf. Da sich in der Zwischenzeit eine riesige Menschenschlange im Laden gebildet hatte,  wurden alle Kunden in die Rettungsaktion mit eingebunden, um die hilflose Andrea aus dieser prekären Lage zu befreien. Unter Einsatz von mehreren Rettern, wurde sie dann mit vereinten Kräften über das Fenster befreit und konnten dann die hungrigen Kunden wieder mit frischen Backwaren beglücken.


Paragraph 3

Auch der Bäckermeister der eben genannten Bäckerei hat dieses Jahr so mancher Frau den Kopf verdreht. Am Tag der Deutschen Einheit wollte Karl-Heinz den freien Tag nutzen, um mal wieder ein bisschen an seinem Balkon herumzubasteln. Da sich an diesem 3. Oktober der Altweiber-Sommer von seiner besten Seite zeigte, kam Karl-Heinz ganz schön ins Schwitzen und legte sich nach und nach seiner Kleider ab. Als dann nur noch wenige Stellen seines Körpers mit Stoff bedeckt waren, fuhr gerade Insel-Shop Carmen mit ihrem Rad an der Bäckerei vorbei in Richtung ihres Ladens. Diese war jedoch vom Anblick dieses Adonis-Körpers so geblendet und durcheinander, dass sie mit ihrem Fahrrad von der Straße abkam und geradezu auf den Laternenmasten vor Karl-Heinz Haus fuhr.
Schon nach wenigen Sekunden hatte Carmen sich wieder auf ihr Fahrrad geschwungen und sich auf die Flucht begeben und Karl-Heinz musste doch genau hinschauen, um zu sehen, ob die Schamesröte in Carmens Gesicht oder ihr Fahrrad in einem kräftigeren Rot strahlte.   


Paragraph 4

Auch unser Narrenpräsident Berndt wollte dieses Jahr unbedingt mal wieder in das goldene Buch der Narretei aufgenommen werden und bemühte sich, dieses Jahr sogar ohne Hilfe seiner Frau Ingrid, in aller Munde zu sein. Unser Präsident hat jedes Jahr die große Freude und Aufgabe am Narrenkongress der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee teilzunehmen. Dieser fand dieses Jahr im berühmten und überregional bekannten Bohlingen statt. Da Berndt sich der geographischen Lage Bohlingens sicher schien und er nach Jahren wieder einmal pünktlich zum Narrenkongress kommen wollte, fuhr er rechtzeitig los, um mit seinen närrischen Kollegen vor Beginn der Veranstaltung noch gemütlich ein Radler zu trinken. Noch sehr optimistisch zu Beginn der Fahrt, bemerkte er nach und nach, dass sich Bohlingen doch nicht dort zu befinden schien, wo er es vermutet hatte. So irrte der ratlose Berndt "stundenlang" in und um Singen herum, um dann schließlich kurz vor Ende des Narrenkonvents endlich in Bohlingen anzukommen. Seine Narrenfreunde wunderten sich jedoch kaum über sein spätes Erscheinen und begrüßten ihn recht herzlich zum Ende der Veranstaltung


Paragraph 5

Die Old-Bowlers hatten mal wieder einen gemeinsamen Ski-Ausflug nach Österreich geplant. Die Vorfreude war bei allen groß und besonders ein Niederzeller Gemüsegärtner konnte kaum noch schlafen vor lauter Aufregung. Schon eine Woche vorher kontrollierte er täglich seine Ski-Ausrüstung und legte alles akkurat zurecht, so dass er auch nichts vergessen würde. Als dann der große Tag kam, lud er alles ins Auto und fuhr mit beruhigtem Gewissen los, da er ja wusste, dass er alles mehrmals kontrolliert hatte. Als sich nach der Ankunft alle freudig in Richtung Lift aufmachten, begann sich Bernhard plötzlich zu wundern, warum denn sein rechter Ski-Schuh perfekt passte und der andere so überhaupt nicht passen wollte. Nach längerem Probieren, Drücken und Stampfen, fiel ihm auf einmal ein, dass seine Frau Roswitha ja genau die gleichen Ski-Schuhe fährt, nur leider eben 5 Nummern kleiner als er. So war für Bernhard der bis aufs äußerste durchgeplante und mit großer Freude erwartete Ski-Ausflug schon nach wenigen Minuten beendet.


Paragraph 6

Ein hiesiger Gemüsebauer und begeisterter Bassist im Mittelzeller Kirchenchor trat am Inselfeiertagsmorgen zum traditionellen Exerzieren an. Stolz und mit geschwellter Brust stand er auf seiner Position, um beim Zeichen des Kommandanten seinen Säbel zu ziehen. Er wägte sich bereits in der sicheren Routine, als er seine Hand am Griff anlegte. Doch als er dann den Säbel souverän aus dem Schaft ziehen wollte, um ihn dann stolz in der strahlenden Sonne präsentieren zu können, rutsche ihm der Säbel aus der Hand und flog im hohen Bogen über den Rathausplatz, so dass ihn kaum jemand übersehen konnte. Und diejenigen, die ihn nicht fliegen sahen, hörten ihn dann spätestens, als er mit einem lauten Knall auf dem Stein gepflasterten Boden landete. Nach diesem Missgeschick, so dachte sich Stöff, müsste es das doch für heute gewesen sein mit den Ausrutschern. Doch dem war noch nicht genug. Nach einem ausgiebigen Frühschoppen, der bis in die Abenddämmerung ging und in dem der Fauxpas noch ausgedehnt betrunken wurde, dachte sich Stöff, dass er vor dem Heimgang doch noch schnell seine Gundel hochziehen könnte. In voller Feiertags-Montur begab er sich an den See und begann an seiner Gundel zu ziehen. Doch sein Gleichgewichtssinn machte ihm nach mehreren Viertele vollmundigem Gutedel dann doch einen Strich durch die Rechnung und obwohl er mühsam versucht hatte, seinen durchtrainierten Körper auf den Zehenspitzen zu halten, rutschte er mit samt seiner weißen Uniform in „de stinkende und dunkelgraue  Lette“.


Paragraph 7

Wie soeben gehört, bringt das Exerzieren am Inselfeiertag immer wieder unerwartete Momente mit sich. Unser allseits bekannter Niederzeller Präsident hatte mal wieder eine etwas kürzere Nacht hinter sich und schmuggelte sich, bereits zu spät kommend, in die Reihen der Bürgerwehr ein. Zu Beginn werden die Soldaten abgezählt. Ein Kommando lautet dabei: „zu Vieren abzählen“. Eigentlich ein Kinderspiel für einen Erwachsenen, der mindestens die erste Klasse der Grundschule überstanden hat. Doch für Berndt wurde diese Aufgabe zum großen Hindernis. Als sein Nebenmann drei sagte, und er mit der vier dran war,    fiel ihm leider nur die fünf ein und er löste dabei ein großes Gelächter aus. Doch es stellt sich die Frage: Was dachte sich Berndt dabei?

Entweder dachte er dabei gerade an seinen gestrigen Viertele-Konsum und war der Meinung, dass es mindestens fünf gewesen sein mussten oder er überlegte, wie viele Stunden er nochmal nach Bohlingen gebraucht hatte. Fakt ist, dass er die Zahl überzeugend und selbstsicher hinaus posaunte und alle Beteiligten völlig aus dem Konzept brachte. Dank Berndt dürfte das Antreten dann noch einmal von vorne beginnen und alle, die das Durchzählen bis dahin fehlerlos überstanden hatten, mussten wieder anfangen zu zittern.


Paragraph 8

Die zwei musikbegeisterten FZler Klaus und Meinrad hatten sich etwas Besonderes vorgenommen und wollten mit dem Zug zum spektakulären Basel-Tattoo fahren. Sie hatten sich bereits wochenlang auf diesen Tag gefreut und konnten es kaum erwarten, endlich in den Zug zu steigen und nach Basel zu fahren. Um auch gleich im richtigen Zug zu sitzen, ließen sie sich von Susi extra an den Allensbacher Bahnhof fahren, um somit mögliche Komplikationen beim Umsteigen zu vermeiden. In Allensbach angekommen, stürmten sie ganz eilig an den Fahrkartenschalter. Susi rief ihnen noch hinterher, ob sie noch Hilfe benötigen beim Fahrkartenkauf. Aber die euphorisierten Männer antworten ihr ganz selbstsicher: „Fahr du nu wieder. Mir schaffe des scho“. Gesagt, getan und schon saßen sie im Zug im Glauben in Richtung Basel zu fahren. Doch die Freude wich den Männern dann doch rasch aus ihren Gesichtern, als sie bemerkten, dass sie gerade in den Züricher Hauptbahnhof einfuhren und nicht den Baseler. Panisch stiegen sie aus dem Zug aus und versuchten endlich einen Zug nach Basel zu finden, um noch einigermaßen rechtzeitig zum Konzert zu kommen. Also merkt euch, liebe FZler: Wollt ihr mit dem Zug nach Basel reisen, musst ihr euch auskennen mit den Bahnsteiggleisen.


Paragraph 9

Unser Kleinzoo-Elfer aus dem Hörnle wurde eines Vormittags von seiner Gattin Anke am Markant abgesetzt, um dort noch ein paar Kleinigkeiten zu besorgen. Währenddessen fuhr Anke kurz die Kinder im Kindergarten abholen. Sie wollte sich besonders beeilen, da Jürgen ihr im Auto schon angekündigt hatte, dass er einen Bärenhunger habe. Nachdem die Kinder flux ins Auto gepackt waren, brauste Anke auch schon wieder los in Richtung Niederzell, gedanklich bereits am Herd. Zur gleichen Zeit stand Jürgen voll bepackt und wartend auf dem Markantparkplatz und machte sich so langsam Sorgen, wo denn seine Gattin abbliebe. Als er sie anrufen wollte, bemerkte er, dass er sein Handy in der Werkstatt vergessen hatte. So blieb ihm nichts anderes übrig, als Däumchen zu drehen und die Hoffnung nicht aufzugeben. Im Hörnle dagegen brodelten die Töpfe und Anke zauberte in Gedanken vertieft ein leckeres Menü für ihren lieben Jürgen. Als sie ihn dann zum Essen rufen wollte und er nach dreimaligem Rufen immer noch nicht kam, was nun wirklich ungewöhnlich war, wenn es um Essen ging, fiel ihr ein, dass sie ihn vor 1,5 Stunden am Markant ausgesetzt hatte, ihn dort aber nie wieder abgeholt hatte. Um den wilden Jürgen nach dem verspäteten Mittagessen wieder zu bändigen, gab es als Entschädigung ein Schäferstündchen mit seiner Anke und alle waren wieder zufrieden.


Paragraph 10

Unsere überregional bekannte Jungmusik hatte ein 3er-Konzert in Orsingen geplant. Da es sich hierbei um eine länger Anreise handelte und man wollte, dass alle Jungmusiker auch rechtzeitig am Konzert sind und spielbereit auf der Bühne sitzen können, wollten sie Markus Keller fragen, ob er die Jungmusiker nicht gemeinsam mit dem Bus nach Orsingen fahren könnte. Markus, immer und stets bereit das Gaspedal durchzudrücken, zögerte nicht lange und sagte den Jungmusikern zu. Am Tag des Konzertes traf man sich rechtzeitig am Rathaus, um die Instrumente und das Schlagzeug aus dem Probelokal in den Bus zu räumen. Nachdem alles verstaut war und man alle Jungmusiker mehrmals mühsam durchgezählt hatte, um die Vollzähligkeit zu prüfen, war der Bus eigentlich startbereit. Doch auf einmal fiel einem Jungmusiker auf, dass der wichtigste Platz im Bus, der Busfahrerplatz, gar nicht besetzt war. Da stellte sich die Frage: Wo ist denn der Markus?? Er war weit und breit nicht zu sehen. Nervös versuchte man ihn auf dem Handy zu erreichen, doch das fing nur im Seitenfach des Busses an zu klingeln. Daraufhin versuchte man ihn daheim zu erreichen, doch auch dort war er nicht. Die Nervosität stieg und stieg, unserem Dirigent Alex stand der Schweiß auf die Stirn geschrieben, ganz zu schweigen von seinem roten Kopf…Doch plötzlich hörte einer der Jungmusiker ein Klopfen in der Nähe des Rathauses. Alex rannte zur Eingangstür, schloss sie auf und wer stand hinter der verschlossenen Tür: unser Markus. Also merke dir Markus: wenn du mit der Jungmusik bist unterwegs, du rechtzeitig aus dem Rathaus gehst.



Diese Veröffentlichungen sind vom Elferrat genehmigt und werden hiermit ins Goldene Buch der Narretei aufgenommen, um den späteren Geschlechtern die lustigen Streiche des vergangenen Jahres in steter Erinnerung zu halten.


Ho Narro!!!